Berliner Wohnzimmer

Wenn wir im Berlin sind, wohnen wir gerne in Mitte. Die alten Häuser, die begrünten Innenhöfe, die vielfältigen Geschäfte, all das hat seinen Reiz.

Und wenn wir in Berlin sind, kehren wir gerne in der Weinbar Rutz in der Chauseestrasse in Berlin Mitte ein. Der Trend zur Weinbar als zweites Wohnzimmer soll ja ungebrochen sein…

Die Atmösphäre gefällt uns. Der Service ist Weltklasse. Das Essen von Marco Müller & Team sowieso. Sommelier Billy Wagner ist ein Highlight. Oben im 1. Stock gibt’s Gourmetküche – da haben wir schon mehrfach geschrieben (Lesen  Sie mehr: Rebellen). Und zu ebener Erd ist die Weinbar. Einfachere, regionale Speisen gibt es hier. Unter dem Motto „die Rettung der Deutschen Esskultur„.

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Bezüglich eines Platzes gilt: „Reservieren ist besser!“. Doch auch wer später am Abend spontan reingeschaut, hat meist die Chance, zumindest an der Bar noch einen Platz zu ergattern.

Wie bei uns. Wir waren zunächst im Cinco (Lesen Sie mehr: Spanische Avantgarde in Berlin). 22 Gänge, aber eher schnell serviert. Ok, das klingt ein wenig verfressen und ist wahrscheinlich auch so. Doch weshalb auch immer, wir hatten noch ein klitzeklein wenig Hunger. Und Lust auf einen Schlummertrunk dazu.

Also nichts wie auf ins Rutz! Die grossen Gerichte haben wir beiseite gelassen. In einer solchen Situation bestellen wir ein Blutwurstbrot.

Das Blutwurstbrot ist eine der epochal unterschätzen Speisen auf dieser Welt. Neben dem Rutz bekommen wir das eigentlich einzig im Wiener Sterereck. Dort unter dem Namen „Blunzenbrot„. Und die wissen auch, was gut ist – ist ja schliesslich das „9-beste Restaurant der Welt“ (Lesen Sie mehr: Kulinarischer Fixstern am Wiener Fundament).

Stilistisch weisen die beiden Unterschiede auf. In der Rutz-Variante ist der Teig durchgängig mit Blutwurstmasse gemischt. In der Steirereck-Variante befinden sich Blunzn-Stückchen (jetzt wissen Sie ja schon, wass eine Blunze ist, gell?) verteilt im Brot. Verdammt gut sind beide.

Im Rutz wird das ganze mit Butter, Meerrettich, Senf, Gürkchen und Zwiebelringen serviert. Wir haben das ganze noch mit einer kleinen Käseplatte ergänzt. Ach, war das fein!

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Das schöne am Rutz ist, dass es auch noch eine vorzüglich Weinauswahl gibt und dies zu recht humanen Preisen. Ein fixer EUR 18 Aufschlag zum Ladenverkaufspreis – da lohnt es sich, auch etwas besonderes zu trinken. Und Blutwurstbrot verdient ein entsprechendes Pendant!

Einen Ried Mariental vom Ernst Triebaumer in Rust am Neusiedlersee (das ist ganz im Osten von Österreich, an der ungarischen Grenze) haben wir uns ausgesucht. Schön gereift, aus dem Jahr 2002. Ein „Kultwein„, würden sie im Steirereck dazu sagen. 100% Blaufränkisch, 1985 das erste Mal vinifiziert. Und noch voll Power, noch voll intensiver Aromen. Passt!

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Auf ein nächstes Mal im Wohnzimmer!

5 – Unbedingt wieder 

(1 – nie wieder, 2 – wenn’s die Umstände erfordern, 3 – wenn es sich ergibt, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)

Weinbar Rutz

Chauseestrasse 8

D-10115 Berlin-Mitte

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