Restaurant Tantris, München (D)

| Mai 26, 2013 | 0 Comments
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On Mai 26, 2013
Last modified:Januar 8, 2017

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Enttäuschung in Orange

Man sagt, das 1971 eröffnete Tantris ist ein Denkmal, ein Institution. Und es ist noch immer – oder wieder – quicklebendig. Neugierig statten wir dem Restaurant an einem verregneten Samstag Mittag einen Besuch ab.

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Unser Tisch ist gut positioniert – wir beobachten Halb-Prominenz und Normalsterbliche, Schickimicki’s und Geniesser, Familien und verliebte Pärchen. Sehen durch die verspiegelten Scheiben immer wieder, wie sich Ankommende noch schnell vor dem Eingang des Tantris fotografieren.

Ja, die Architektur ist einzigartig, wie eine Zeitreise in die Welt von Barbarella. So schrecklich out, dass es schon wieder total in ist – uns gefällt es auf jeden Fall!

Wir saugen Eindrücke auf. Ausgewählte Tische scheinen besonders dienstbeflissen „umschwänzelt“ zu werden. Bei anderen scheint das Lächeln im Gesicht des Personals beim Ende des Blickkontaktes sofort abzufallen.

Eine Bühne der Eitelkeiten – das ist grosses Theater!

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Trotz des durchaus hohen Unterhaltungswertes vergessen wir natürlich nicht auf das Essen und ordern  das am Samstag angebotene 4-gängige Mittagsmenü (EUR 100 ohne / EUR 130 mit Weinbegleitung).

Unser Lunch im Restaurant Tantris in München

0. Gruss aus der Küche

Als Einstieg erhielten wir eine Schale mit einer Brandade vom Lachs und Kartoffeln auf Gurkensalat – fein abgeschmeckt und gut gelungen.

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1. Variation vom Thunfisch mit mariniertem weissem Spargel

Der erste Gang des Menüs sind dann drei Variationen vom Thunfisch – eine tolle Scheibe vom rohen Thunfisch, ein ansprechendes Tatar und ein etwas farbloses Mousse. Dazu weisser Spargel in allerhöchster Perfektion zubereitet und wunderbar mariniert / mit Ei; für uns der eigentliche Hauptdarsteller. Kein sonderlich komplexes Gericht, doch ein sehr wohlschmeckendes.

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2. Gebratener Seewolf mit Tomatenravioli und Olivenfonds

Genug Zeit zum Leute schauen. Doch 1:15h nach Betreten des Restaurants dann der Fischgang – gebratener Seewolf.

Dieser ist sehr, sehr heiss. Und er scheint zwei Tode gestorben zu sein – den zweiten in der Küche.

Der Fisch wirkt auf uns mehr als komplett durch, die Haut scheint alle Krossheit schon wieder verloren zu haben. Moderne Küchentechnik erlaubt es, vorzubereiten und nicht alles sekundengenau anzurichten, doch hier scheint das misslungen.

Dazu ein beliebig wirkendes Spinatgemüse, ein für uns belanglos scheinender Tomatenravioli und ein eigentlich gelungener Olivenfonds. Wir sind enttäuscht.

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3. Médaillon vom Rehrücken mit Spitzkraut, Selleriepüree und Trompetenpilzen

Orange Teppichwände machen kreativ, und so spielen wir mit der Gabel am Rand der Sauce; sehen dass  diese am Rand schon etwas angetrocknet ist.

Das mag vielleicht an den Eigenheiten der Sauce liegen. Es kann jedoch auch passieren, wenn die Sauce lange warmgehalten oder am Teller ‚regeneriert‘ wird.

Die Nocke Selleriepüree wiederum war sehr heiss. Für uns zu heiss.

Da Hitze dazu tendiert, sich gleichmässig zu verteilen, können wir nur vermuten, dass diese in separatem Behältnis zu stark erhitzt und dann kurz vor dem Service auf dem Teller platziert wurde. Vielleicht war es aber auch so gewollt.

Doch zum Hauptdarsteller – der Rehrücken war ansprechend, hätte für uns doch ein wenig mehr gewürzt sein können. Das Spitzkraut passend, die Trompetenpilze geschmacklich für uns etwas zu im Hintergrund bleibend.

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4. Griessknödel mit Erdbeeren, Rhabarber und Schokomousse in der Hippe

Kommen wir zum süssen Abschluss. Ansprechend der Griessknödel, fein das Spiel der Süsse und Säure in den Erdbeeren und im Rhabarber. Toll die mit Schokomousse gefüllte Hippe!

Ein gutes, „geerdetes“ Dessert ohne viel an Kompliziertheit. Ein Dessert, welches auf uns im Rahmen eines 2-Sterne Restaurants doch  eher schlicht wirkt.

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Viele Eindrücke an diesem Mittag. Verwundert und auch enttäuscht verlassen wir das Tantris.

 

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Unser Küchenreise Rating:

Unsere Erwartungen waren Küche auf 2 Sterne Niveau – wir waren enttäuscht. Wir fühlten uns an Menüs bei Nobel-Caterern oder Gourmet-Festivals erinnert, mit kleinen Missgeschicken. Vom Gedanken der guten Vorbereitbarkeit und reduzierten Komplexität getragen, um schnell eine grosse Anzahl von Gedecken zum Gast zu bringen.

Eine Eintagsfliege, ein Ausreisser? Die beschriebenen Eindrücke sind subjektiv und von einem einzigen Besuch – so wie bei vielen anderen Gästen auch. Natürlich kann es sonst viel besser sein, wir hoffen das…

Nur Lunch? Falls die Küche mittags auf einfacherem Niveau kochen sollte, sollte das dem Gast vorab kommuniziert werden. Und in der Preisgestaltung reflektiert sein.

An diesem Samstag war das Menü im Restaurant Tantris für uns eine Enttäuschung in Orange.

2 – Kaum wieder 

(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)

Wie bewerten andere?

Im Guide Michelin hat das Restaurant Tantris zwei Sterne. Der Gault Millau bewertet das Restaurant mit 18 Punkten. Im Gusto wird das Tantris mit 8 Pfannen ausgezeichnet.

Blogroll – was schreiben andere?

Die Kosten

Das 4-Gang Mittagsmenü am Samstag ist mit EUR 130 inkl. Weinbegleitung / EUR 100 ohne Weinbegleitung angeschrieben. Wir blieben an diesem Mittag alkoholfrei – die Rechnung betrug dennoch stolze EUR 247.

Was uns gedanklich z.B. von Tim Raue träumen lässt (Lesen Sie auch: Peking und retour in Berlin). Ein tolles 4-Gang Mittagsmenü wird bei diesem auch mit 2 Michelin Sternen ausgezeichneten Restaurant mit EUR 48 verrechnet.

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Die Adresse

Restaurant Tantris

Johann-Fichte-Strasse 7

D-8005 München

Wie reservieren?

Via Bookatable, per Telefon +49-89-361 959-0 oder per email info@tantris.de.

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Category: Deutschland, Fine Dining

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